Wie Sie vielleicht schon aus Medienberichten erfahren haben, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass alle Prüfstellen in Deutschland nach ISO 17020 zu akkreditieren sind. Deutschland setzt damit jetzt auch die europäischen Richtlinien um.

Ab 2020 dürfen nur noch akkreditierte Prüfstellen die Hauptuntersuchung nach §29 StVZO durchführen.

Das bedeutet für Sie als Prüfstandsbetreiber, dass alle dazu verwendeten Messgeräte eine rückgeführte Kalibrierung erhalten müssen. Das betrifft Bremsprüfstände, Abgasmessgeräte, Scheinwerfereinstellplätze und weitere kalibrierpflichtige Messgeräte.

Ab dem 01.01.2018 wird die Kalibrierung nach DAkkS Vorgabe (ISO 17020:2012) mit DAkkS-Kalibrierschein Pflicht.
Diese Prüfung kann nur noch von einem Beauftragten eines DAkkS akkreditierten Labors durchgeführt werden.

Dadurch entstehen höhere Kosten wegen eines erhöhten Zeitaufwandes bei der Messung, für die Erstellung eines Kalibrierscheines sowie für die DAkkS-konforme Kalibrierung der Messwerkzeuge.

Jedoch kann diese Umstellung auf die neue Regelung nicht sofort umgesetzt werden, da die notwendigen Verfahren noch nicht überprüft, Kapazitäten noch nicht vorhanden sind und Messmittel mit Rückführung bei der DAkkS noch nicht zur Verfügung stehen.

 

Im Verkehrsblatt 14 - 2016 Nr. 115 wurde deshalb eine Übergangsregelung über abweichende Anforderungen von den Nummern 6.2.6 und 6.2.7 der DIN EN ISO/IEC 17020:2012 nach Anlage VIIIb NR. 2.1b StVZO veröffentlicht.

Diese wirken für Bremsprüfstände insbesondere für den Zeitraum ab 01.01.2017 bis 31.12.2017.

In dieser Übergangszeit wird neben der bisherigen Stückprüfung eine zusätzliche Kalibrierung nach Herstellervorgaben gefordert, die von einem vom Hersteller geschulten Sachkundigen durchgeführt werden kann und damit als gleichwertig gilt.

Die Sachkundigen des Herstellers müssen zusätzlich DAkkS rückgeführte Messmittel verwenden, zusätzlich 3 Messreihen pro Kraftaufnehmer prüfen, die Zusatzsensoren ebenfalls mit 3 Messreihen prüfen, den Rollendurchmesser aller Rollen nachmessen und in der Prüfstandselektronik eintragen sowie die Temperatur erfassen.

Die Messwerte sind in einem Messprotokoll zu erfassen und ein Kalibrierschein ist auszustellen.

Wir bieten diese Kalibrierung als separate Zusatzleistung an. Unser Kundendienst erstellt Ihnen gern ein Angebot.

Diese Kalibrierung sollte unmittelbar bei jeder fälligen Stückprüfung oder nach Installation des Prüfstandes mit Stückprüfung erfolgen, um zusätzliche Fahrtkosten zu vermeiden.

Natürlich kann die Kalibrierung auch separat bei Bedarf bestellt werden.

Häufig gestellte Fragen:

1. Für welche Bremsprüfstände gilt die neue Regelung zur DAkkS konformen Kalibrierung? 
   

    Antwort:    Für alle Bremsprüfstände und deren Zusatzsensoren sowie andere Prüfgeräte,
                     die als Messgeräte zur HU verwendet werden sollen.


2. Ersetzt die Neuregelung die Richtlinie für die Stückprüfung nach Bremsprüfstandsrichtlinie?

    Antwort:    Nein. Die Bremsprüfstandsrichtlinie ist weiter gültig!
                     Die zweijahrige Pflicht zur Stückprüfung für Bremsprüfstände bleibt weiter unverändert erhalten.

                     Die Stückprüfung wird auch in Zukunft nicht entfallen, da sie auch die Betriebssicherheit des Gerätes
                     prüft und für die Berufsgenossenschaft bescheinigt.

                     Im Laufe von 2017 soll die Bremsprüfstandsrichtlinie neu gefasst werden.
                     Beratungen bei den gesetztgebenden oberen Landesbehörden sind dazu schon angelaufen.

                     Wir werden Sie schnellstmöglich über Änderungen auf dem Laufenden halten!


3. Gibt es einen Bestandsschutz oder Ausschluss für ältere Prüfstände?

    Antwort:   Nein. In den Richtlinien werden keine Ausnahmen veröffentlicht.
                    Es gibt keine andere Regelung die besagt, dass ältere Prüfstände nicht kalibriert werden müssen.
                    Andere seriöse Quellen oder belastbare Regelungen sind uns nicht bekannt!

                    Es ist eher zu erwarten, dass ältere Geräte wegen fehlender Kalibrierung schon
                    vor dem 31.03.2019 nicht mehr zur HU verwendet werden dürfen, wenn die DAkkS ab 01.01.2018
                    beginnt, Prüfstellen zu akkreditieren.


4. Nach welchen Grenzwerten müssen ältere Prüfstände kalibriert werden?

    Antwort:  Nach den jeweilig gültigen Anforderungen der Bremsprüfstandsrichtlinie entsprechend ihrem Baujahr.

  

Noch ein allgemeiner Hinweis:


Nach Bremsprüfstandsrichtlinie von 2011 müssen alle alten Bremsprüfstände bis 21.12.2019

entweder modernisiert oder durch einen Neuen ersetzt werden!

Bitte treffen Sie Ihre Entscheidungen rechtzeitig!

 

Bitte melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie gern!