Wie Sie vielleicht schon aus Medienberichten erfahren haben, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass alle Prüfstellen in Deutschland nach ISO Standard zu akkreditieren sind. Deutschland setzt damit jetzt auch die europäischen Richtlinien um.

Ab 2020 dürfen nur noch akkreditierte Prüfstellen die Hauptuntersuchung nach §29 StVZO durchführen.

Das bedeutet für Sie als Prüfstellenbetreiber, dass alle dazu verwendeten Messgeräte eine rückgeführte Kalibrierung erhalten müssen. Das betrifft Bremsprüfstände, Abgasmessgeräte, Scheinwerfereinstellplätze und weitere kalibrierpflichtige Messgeräte.

Wichtige Fristen:

Ab dem 01.01.2021 wird die Kalibrierung nach DAkkS Vorgabe (ISO 17025:2012) mit DAkkS-Kalibrierschein (mit DAkkS Logo) Pflicht.

Bis dahin gibt es noch eine Übergangsregelung für Werkskalibrierungen mit Kalibrierschein nach DAkkS Vorgaben (ohne DAkkS Logo).

 

Prüfstände bei Werkstätten

Kalibrierung mit DAkkS Logo:

Diese Kalibrierung kann nur noch von einem Beauftragten eines DAkkS akkreditierten Labors durchgeführt werden.
Aktuell mit Stand 12/2017 gibt es nur ein akkreditiertes Prüflabor für Bremskräfe in Deutschland.
Es ist das Kalibrierlabor esz AG calibration & metrology in Eichenau.

Jedoch kann diese Umstellung auf die neue Regelung vom Kalibrierlabor nicht sofort umgesetzt werden, da:
- die notwendigen Kalibrierverfahren noch nicht überprüft,

- Kapazitäten noch nicht vorhanden sind (hier sollen die Sachkundigen des Herstellers geschult und beauftragt werden)

- Messmittel mit Rückführung bei der DAkkS noch nicht zur Verfügung stehen.

Die Kalibrierung wird zukünftig durch die Sachkundigen des SAXON Kundendienstes im Auftrag des Kalibrierlabors erfolgen.

Stand 12/2017:
Die Überprüfung der SAXON Kalibrierverfahren durch das Kalibrierlabor ist bereits eingeleitet und wird bis Ende 2018 sicher abgeschlossen sein.

Die Sachkundigen Kundendienste von SAXON Prüftechnik haben bereits jetzt die notwendigen Schulungen beim Kalibrierlabor absolviert und verfügen bereits über entsprechend rückgeführte und registrierte Messmittel.

Im Laufe des Jahres 2018 wird SAXON die Kalibrierung auf Kalibrierung mit DAkkS Logo umstellen und anbieten können!

 

 Kalibrierung ohne DAkkS Logo: (Werkskalibrierschein nach Nr. 115)

Im Verkehrsblatt 14 - 2016 Nr. 115 wurde eine Übergangsregelung über abweichende Anforderungen von den Nummern 6.2.6 und 6.2.7 der DIN EN ISO/IEC 17020:2012 nach Anlage VIIIb NR. 2.1b StVZO veröffentlicht.

Diese Kalibrierungen insbesondere für Bremsprüfstände ist vepflichtend ab den Zeitraum ab 01.01.2017 anzuwenden.
Eine zeitliche Begrenzung für diese Kalibrierung nach der Übergangsrichtlinie Nr.115 wird im Verkehrsblatt nicht genannt.


Es gibt aber eine Befristung in der Regel 71 SD 1 007 A der DAkkS vom 30.08.2016 zur erweiterte Kalibrierpflicht von Prüfstellen.
Bis zum Ende der Geltungsdauer dieser Regelung zum 31.12.2020 dürfen also Kalibrierscheine nach Nr. 115 (ohne DaAkkS Logo)
mit Gültigkeit bis maximal 31.12.2020 ausgestellt werden.

In dieser Übergangszeit wird neben der bisherigen Stückprüfung eine zusätzliche Kalibrierung nach Herstellervorgaben gefordert,
die von einem beim Hersteller geschulten Sachkundigen durchgeführt werden kann und damit als gleichwertig gilt.

Die Sachkundigen des Herstellers müssen zusätzlich DAkkS rückgeführte Messmittel verwenden, zusätzlich 3 Messreihen pro Kraftaufnehmer prüfen, die Zusatzsensoren ebenfalls mit 3 Messreihen prüfen, den Rollendurchmesser der hinteren Bremsrollen nachmessen und in der Prüfstandselektronik eintragen sowie die Temperatur erfassen.

Die Messwerte sind in einem Messprotokoll zu erfassen und ein Kalibrierschein nach DAkkS Vorgaben ist auszustellen.

Durch die Kalibrierung entstehen gegenüber der alten Stückprüfung höhere Kosten wegen eines erhöhten Zeitaufwandes bei der Messung, für die Erstellung eines Kalibrierscheines sowie für die DAkkS-konforme Kalibrierung der Messwerkzeuge mit jährlicher Rückführungspflicht.

Diese Kalibrierung sollte unmittelbar bei jeder fälligen Stückprüfung oder nach Installation des Prüfstandes mit Stückprüfung erfolgen, um zusätzliche Fahrtkosten zu vermeiden.

Wir bieten diese zulässige Art der Kalibrierung nach Nr. 115 seit  Anfang 2017 für alle von uns hergestellten Prüfstände an!

Unser Kundendienst erstellt Ihnen gern ein Angebot.

Auch Prüfstände die noch nicht der Bauartrichtlinie 2011 entsprechen können mit diesen Kalibrierverfahren noch bis 31.12.1219 gesetzeskonform kalibriert werden! 

Diese Prüfstände müssen danach ausgetaucht oder bis dahin nachgerüstet werden, um Sie nach dem 01.01.2020
weiter für die Hauptuntersuchung bzw. SP-Prüfung bei LKWs verwenden zu können.

Die meisten von uns seit 1994 hergestellten Prüfstände der Marken SEPPELER, Maul&Co und SAXON können
mit vertretbarem Aufwand nachgerüstet werden.
 
Unser Kundendienst erstellt Ihnen gern ein Angebot.

Prüfstellen von Überwachungsorganisationen: (Nur für deren eigenen Prüfstellen!)

Hier gilt ab 01.01.2017 eine Kalibrierpflicht nach ISO 17020 durch alternative Verfahren mit interne Rückführung.
Diese alternativen Verfahren können bei vorliegender Rückführung auf nationale Normale auch eingesetzt werden.

Jedoch gilt eine solche Kalibrierung nur für Prüfer der jeweiligen kalibrierenden Prüforganisation.
Wenn eine weiter Prüforganisation den gleichen Prüfstand nutzen will, so müssen diese nach Gesetzentext
eine eigene Kalibrierung durchführen lassen und einen Kalibrierschein bereitstellen.
  

Diese Kalibrierung folgt in der Praxis nicht den strengen Richtlinien der DAkkS für Messung und Dokumentation!
Teilweise werden diese Kalibrierverfahren noch nicht ein mal nach den Herstellervorgaben durchgeführt und
werden mit Messwerkzeugen durchgeführt, die der Hersteller nicht geprüft oder freigegeben hat.

Wir empfehlen Ihnen dringend, die Kalibrierung vom sachkundigen geschulten Kundendienst des Herstellers
erledigen zu lassen. Damit entgehen Sie jeglichen Streitigkeiten über die Kalibrierung des Prüfstandes.
 
Sie als Prüfstellenbetreiber sind für die ordnungsgemäße Kalibrierung Ihres Prüfstandes verantwortlich!

Häufig gestellte Fragen:

1. Für welche Bremsprüfstände gilt die neue Regelung zur DAkkS konformen Kalibrierung? 
   

    Antwort:    Für alle Bremsprüfstände und deren Zusatzsensoren sowie andere Prüfgeräte,
                     die als Messgeräte zur HU verwendet werden sollen.


2. Ersetzt die Neuregelung die Richtlinie für die Stückprüfung nach Bremsprüfstandsrichtlinie?

    Antwort:    Nein. Die Bremsprüfstandsrichtlinie von 2011 ist weiter gültig!
                     Die zweijahrige Pflicht zur Stückprüfung für Bremsprüfstände bleibt weiter unverändert erhalten.

                     Die Stückprüfung wird auch in Zukunft nicht entfallen, da sie auch die Betriebssicherheit des Gerätes
                     prüft und für die Berufsgenossenschaft bescheinigt.

                     Im Laufe von 2017 soll die Bremsprüfstandsrichtlinie neu gefasst werden.
                     Beratungen bei den gesetztgebenden oberen Landesbehörden sind dazu schon angelaufen.

                     Wir werden Sie schnellstmöglich über Änderungen auf dem Laufenden halten!


3. Gibt es einen Bestandsschutz oder Ausschluss für ältere Prüfstände?

    Antwort:   Nein. In den Richtlinien werden keine Ausnahmen veröffentlicht.
                    Es gibt keine andere Regelung die besagt, dass ältere Prüfstände nicht kalibriert werden müssen.
                    Andere seriöse Quellen oder belastbare Regelungen sind uns nicht bekannt!


4. Nach welchen Grenzwerten müssen ältere Prüfstände kalibriert werden?

    Antwort:  Nach den jeweilig gültigen Anforderungen der Bremsprüfstandsrichtlinie entsprechend ihrem Baujahr.

  

Noch ein allgemeiner Hinweis:


Nach Bremsprüfstandsrichtlinie von 2011 müssen alle alten Bremsprüfstände bis 31.12.2019

entweder modernisiert oder durch einen Neuen ersetzt werden!

Bitte treffen Sie Ihre Entscheidungen rechtzeitig!

 

Bitte melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie gern!